Rennbericht
3. Lauf zur DRX Internationalen Deutschen Rallycross Meisterschaft 2007
26.27. Mai 2007 Gründautalring, Gründau, Deutschland
38,5° Celsius
„Das war ein effektives Rennwochenende.“ So lautet das Fazit von Andreas Schrader vom Team Novasport Racing nach dem dritten Lauf zur Deutschen Rallycross-Meisterschaft (DRX) auf dem Gründautalring bei Frankfurt/Main. Und: „Ich habe mit minimalem Aufwand ein optimales Ergebnis erzielt.“ Trotz einer fiebrigen Infektion war Schrader mit seinem VW Polo S1600 im Finale der Division 1A vom letzten Startplatz bis auf den zweiten Platz nach vorne gefahren. In der DRX-Gesamtwertung verbesserte er sich auf Platz fünf.

Heat 1: Das Auto hält wirklich (kaisportpics.de)
Schrader hatte sich auf das Rennen in Gründau gefreut. Nach seinem Sieg zum Saisonauftakt in Oschersleben und dem unverschuldeten Unfall auf dem Estering wollte er verlorenen Boden wieder gut machen. Sein VW Polo S1600 (rund 220 PS, sequenziell geschaltetes 6-Gang-Getriebe) war erst in letzter Sekunde wieder fertig geworden. Schrader: „Das habe ich vor allem meinem Chefmechaniker Ralf Strauß und dem Motorenspezialisten Georg meines Tuners Hohenester zu verdanken.“
Doch schon auf der rund 500 Kilometer langen Fahrt zur Rennstrecke auf dem ADAC Sicherheitszentrum Rhein-Main spürte Schrader, dass ein erneuter Erfolg mit viel Anstrengungen verbunden sein würde. Er fühlte sich schlapp, konnte kaum sprechen und hatte trotz Einnahme massiver Dosen an Antibiotika immer noch 38,5° Fieber – dazu Gewitterluft, ein wattierter Fahreranzug und feuerfeste Unterwäsche.

Heat 2: schnell genug (löte)
Schon im Training verlor Schrader auf der 856 Meter langen Piste zweieinhalb Sekunden auf den Schnellsten. Nach drei strapaziösen Qualifikationsläufen musste er mit dem sechsten und letzten Startplatz für das Finale der Division 1A vorlieb nehmen. Schrader: „In den Heats wurde ich immer wieder von langsameren Autos aufgehalten. Ich habe aber auf riskante Überholmanöver verzichtet, da ich wußte, dass meine Zeiten immer noch gut genug für das A-Finale sind.“

A-Finale: Citroën im Nacken (löte)
Dann der Start: Schrader kommt gut weg. In der ersten Kurve war er schon Dritter: Vor ihm René Münnich und Ex-Europameister Sven Seeliger. Wenn es so bliebe, wäre das immerhin ein Podestplatz. Plötzlich rollte der Fiesta von Seeliger aus. Der Keilriemen war abgesprungen, hatte Servo- und Wasserpumpe lahmgelegt.
Jetzt war Schrader Zweiter, aber am Heck seines Polos klopfte schon der Citroën von Estering-Sieger Andreas Steffen. Schrader konnte sich kaum noch wehren: „In der dritten Runde verließen mich langsam die Kräfte.“ Steffen klopfte wieder an, diesmal heftiger. Schrader: „Da habe ich mich geärgert und nochmal alle Kräfte zusammengenommen.“ Im Nu hatte er wieder ein paar Meter Vorsprung. Die rettete er auch bis ins Ziel.
Auf der Rückfahrt nach Bönningstedt ging es Andreas Schrader schon wieder viel besser.

2. Platz – optimal gelaufen (löte)
Photos: Kai Hachulla (kaisportpics.de), Lothar Lütgebüter (löte)
Text: Andreas Göhring
|