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Rennbericht

1. Lauf zur DRX – Internationalen Deutschen Rallycross Meisterschaft 2007

17.–18. März 2007 – Motorsport Arena Oschersleben, Oschersleben, Deutschland

Sieg in Oschersleben!

Er hatte nicht nur das schönste Auto des gesamten Feldes, Andreas Schrader vom Team Novasport Racing hat bei der Premiere der Deutschen Rallycross-Meisterschaft (DRX) in der Motorsport Arena Oschersleben mit seinem VW Polo GTI Super 1600 auch den ersten Sieg seiner Rennfahrer-Karriere herausgefahren. Völlig überraschend – auch für ihn selbst. Im Ziel schrie der Bönningstedter seine Freude heraus, riss die Arme hoch, wenig später griff er zum Handy, rief seine Familie an und brüllte nur: „Ich hab gewonnen!“


Heat 1 – in die Zange genommen (sk)

Es war ein fast perfektes Rennwochenende Der VW Polo lief problemlos, der Fahrer war in Form und lernte vor allem schnell, wo die Schlüsselstellen auf dieser für alle Rallycross-Fahrer neuen Strecke war. Am schwierigsten zu fahren war die Schotterpassage, die zum Teil durch ein ausgebaggertes Kiesbett neben der eigentlichen Rennstrecke führte. Hier taten sich immer wieder tiefe Löcher auf, die sich mit tückischen Wellen abwechselten. Schrader: „Eine Ideallinie gab es nicht. In jeder Runde lauerte wieder ein anderes Loch.“ Da hieß es nur: Augen zu und durch! Das war auch gut so, denn einmal war der Schlag, der das Auto erschütterte, so heftig, dass es Schrader beinahe den festgezurrten Helm vom Kopf riss.


Heat 2 mit Trockenreifen – Gut gepokert und gewonnen!. (kaisportpics.de)

Schrader ließ sich nicht aus der Ruhe bringen – auch nicht, als er im zweiten Qualifikationslauf einen schlechten Start hatte und nur als Dritter in die erste Schikane einbog. Den ersten Gegner trickste er in der Haarnadelkurve aus, den zweiten schnappte er sich mit einem sehenswerten Überholmanöver auf der kurzen Start- und Zielgeraden.


Alle Heats gewonnen – da hob der Polo auch schon mal ab. (qba)

Nach drei Qualifikationsläufen wurde zusammengerechnet, und plötzlich staunten alle – auch Schrader. Er hatte allen anderen – auch ein paar schnelleren Fahrern – die Pole-Position weggeschnappt. „Ich habe kaum Fehler gemacht, außerdem lief das Auto problemlos“, sagt Schrader.

Im Finale zeigte sich dann, wie stark Schrader nach drei Lehrjahren im Motorsport inzwischen ist. Als die Startampel verlosch, sackte die Drehzahl des Motors plötzlich in den Keller: „Wegen der feuchten Strecke hatte ich für das Startprogramm ein niedrige Drehzahl gewählt, damit die Räder nicht so stark durchdrehen.“ Er reagierte schnell und setzte sich tatsächlich im Sprint zur ersten Schikane durch. Das Feld hinter Schrader beharkte sich ordentlich, verlor dabei Zeit. René Münnich, Schraders Hauptkonkurrent in der Meisterschaft, war ohne Zweifel schneller, aber er musste nach einem Defekt im dritten Lauf aus der letzten Reihe starten. Im Finale sorgte er mit seiner Verfolgungsjagd bei den Verfolgern für zusätzliche Unruhe. Das alles half eigentlich nur einem: dem führenden Polo mit Andreas Schrader.


Jubelschreie im Cockpit – Sieg in Oschersleben (sk)

Nach der Siegerehrung verriet Schrader, dass er das Wochenende im Grunde schon bei der Ankunft im Fahrerlager abgeschrieben hatte. Er hatte nämlich den Glücksengel zu Hause vergessen, den ihm seine Tochter Esther (7) zu Weihnachten geschenkt hatte. Dafür hatte sie aber zu Hause im 280 Kilometer entfernten Bönningstedt kräftig an dem Engel gerieben. Und das hat ja auch geholfen.


Sieg im ersten Lauf der DRX und Tabellenführung – die Saison fängt optimal an. (sk)

Photos: Kai Hachulla (kaisportpics.de), Sven Kopf (sk), Jakub Nitka (qba)

Text: Andreas Göhring

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